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Die Außenklasse der Malteserschlossschule Heitersheim an der Johanniter- Realschule Heitersheim

 


Die Johanniter- Realschule ist eine Schule mit ca. 670 Schülerinnen und Schülern. Im Nebengebäude befinden sich die örtliche Hauptschule und die Grundschule der Gemeinde. Im Schulkomplex sind daher viele Schülerinnen und Schüler anzutreffen und im Pausenhof ist einiges los.

1. Organisatorischer Rahmen

Seit Beginn ihres Außenklassendaseins werden die Schüler von ihrer Klassenlehrerin unterrichtet. Der Sonderschullehrer unterrichtet die Klasse seit 2003/2004, davor war eine andere Kollegin zuständig. Die Klassenlehrerin ist täglich und der Sonderschullehrer an drei Tagen der Woche anwesend. Des Weiteren gehört zum Klassenteam eine betreuende Kraft, die zwei Tage anzutreffen ist und seit Februar unterrichtet dort zusätzlich eine Lehr¬amts-anwärterin an zwei festen Tagen. An einem Vormittag kommt eine Sportlehrerin der Stammschule dazu und die Schüler haben wöchentlich Musiktherapie.
Selbstverständlich unterrichten in der Klasse die kooperierenden Lehrer der Realschule. Kooperationsfächer sind Deutsch (Klassenlehrerin), Musik und Religion, Naturwissenschaftliches Arbeiten, Bildende Kunst, Sport.

Wöchentlich treffen sich alle beteiligten Lehrerinnen und Lehrer des Sonderschulteams und die Klassenlehrerein der Realschule zu einer Teambesprechung. Dort wird der gemeinsame Unterricht geplant und reflektiert. Es erfolgen konkrete Absprachen hinsichtlich der Stundeninhalte, der Arbeits- und Aufgabenverteilung der Lehrerinnen und Lehrer. Mit den anderen Lehrern werden Inhalte individuell – je nach Zeitbedarf und Notwendigkeit – in der Teambesprechung oder in den Pausen besprochen und abgeklärt.

Die Schüler der Außenklasse werden ausschließlich im Gebäude der Realschule unterrichtet. Sie haben jeden Tag fünf Stunden Unterricht, der für sie um 12.45 Uhr endet. Einzelne Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit, Arbeitsgemeinschaften an der Stammschule zu besuchen.

Behinderungsspezifische Unterrichtsmaterialien werden von der Stammschule gestellt.


2. Inhalte

Bei der Grobplanung der Unterrichtseinheiten richtet sich das Team nach dem Bildungsplan der Realschule. Die unterrichtliche Gestaltung erfolgt dann zieldifferent für die Realschüler nach dem Bildungsplan der Realschule und für die Schüler der Außenklasse nach dem Bildungsplan der Schule für Geistigbehinderte.

3. Integrativer Unterricht an der Johanniter- Realschule Heitersheim


Zielsetzung

Die Schüler der Außenklasse der Malteserschloßschule in Heitersheim bilden mit den Schülern der Johanniter- Realschule Heitersheim eine gemeinsame Klasse.

  • Die Schüler sollen sich als Angehörige einer Klasse fühlen und nicht als zwei getrennte Einheiten, die gelegentlich miteinander kooperieren.
  • Die Schüler erhalten soviel gemeinsamen Unterricht wie möglich und soviel getrennten Unterricht wie nötig. Im getrennten Unterricht soll auf die speziellen Lernbedürfnisse der Schüler der Realschule und der Sonderschule eingegangen werden.
  • Die Schüler der Außenklasse sollen lernen, ohne den Schutzraum einer Sonderschule zu leben und sich zu behaupten.
  • Die Schüler der Realschule sollen im Umgang mit den Schüler der Außenklasse lernen, soziale Verantwortung zu übernehmen und Toleranz zu üben.
  •  Die Schüler sollen im Miteinander ihre verschiedenen Persönlichkeitsmerkmale entdecken, sich gegenseitig akzeptieren und unterstützen.


Unterrichtsformen



Gemeinsamer differenzierter Unterricht

Die Schüler der Außenklasse arbeiten differenziert am gleichen Unterrichtsthema wie die Schüler der Realschule.
Die Differenzierung kann auf verschiedene Weise erfolgen:

  • der Stoffumfang kann für die Schüler der Außenklasse verringert werden
  • Unterrichtsmaterialien werden in Bezug auf die Lernmöglichkeiten der Schüler der Außenklasse verändert
  • Hilfsmittel aus dem Bereich der „Unterstützten Kommunikation“  werden verwendet (Bildsymbole,  Gebärden,Buchstabentafeln, Kommunikationsgeräte, „Gestützte Kommunikation“ )
  • Einzel-, Partner-, oder Gruppenarbeit ist räumlich differenziert während der Stunde möglich (zwei Klassenräume stehen zur Verfügung)


In den ersten beiden Schuljahren an der Grundschule fand der Unterricht in allen Fächern gemeinsam statt, mit Ausnahme der Übungsstunden für Deutsch und Mathe.
In diesem Jahr arbeiten die Schüler der Realschule und der Außenklasse in Deutsch, Musik und Religion, Naturwissenschaftliches Arbeiten, Bildende Kunst und Sport teilweise zusammen.

Mit dem häufigen Wechsel von Lehrern und Bezugspersonen kommen die Schüler gut zurecht. Sie sind nicht übermäßig auf ihre Klassenlehrerin fixiert und passen sich recht gut dem Personenwechsel an. Sie freuen sich oft auf einzelne Lehrpersonen und sehen deren Stärken im Vordergrund. Sie akzeptieren die verschiedenen Lehrer und kommen mit dem persönlichen Stil zurecht. Der Wechsel ist für sie zum Alltag geworden, wie für die Realschüler auch.

Gleiche Lernsituationen

Alle Schüler beschäftigen sich auf die gleiche Weise mit den gleichen Inhalten. Es gelten einheitliche Regeln und Handlungsformen.
Hilfsmittel aus dem Bereich der „Unterstützten Kommunikation“ werden auch hier verwendet, um die Teilnahme für alle Schüler der Außenklasse zu ermöglichen.

Beispiele für gleiche Lernsituationen:

  •   Erzählkreise
  •  Klassenkonferenz
  •  Geburtstagsfeiern
  •  gemeinsame Spiele
  •  Reflexionsrunden
  •  gestalterische Themen
  •  Klassenfeste
  •  Schulgottesdienste
  •   Ausflüge



Räumlich getrennter Unterricht

Im räumlich getrennten Unterricht kann auf die besonderen Bedürfnisse der Schüler eingegangen werden.


Die Schüler der Außenklasse können…

  • begonnene Arbeiten aus dem gemeinsamen differenzierten Unterricht zu Ende bringen oder sich mit bestimmten Themen vertieft bzw. individuell auseinandersetzen
  • sich mit dem Themenbereich Mengen und Größen (Bildungsplan der Schule für Geistigbehinderte) beschäftigen
  • spezielle Themen aus dem Bildungsplan für Geistigbehinderte behandeln


Die Realschüler können…

  • sich auf Klassenarbeiten vorbereiten und sie schreiben
  • sich mit mathematischen Inhalten auseinandersetzen
  • sich mit speziellen Themen der deutschen und englischen Grammatik auseinander setzen
  • bestimmte Mannschaftsspiele im Sportunterricht spielen


Berücksichtigte Unterrichtskonzepte im integrativen Unterricht

  • Offene Unterrichtsformen (z. B. Lerntheke, Lernzirkel, Lernen an Stationen, Wochenplan, Lernspielstunde, Rollenspiel)
  • Projektorientierter Unterricht
  • Buchvorstellungen
  • Referate
  • Handlungsorientierter Unterricht


Sozialformen im integrativen Unterricht

Alle Schüler sind in der Lage in Einzel- Partner- oder Gruppenarbeit zu arbeiten. In frontalen Phasen kann nicht nur den Realschülern, sondern auch den Schülern der Außenklasse Wissen vermittelt werden. Wichtig ist dann, dass die Darstellungsebene den Schülern der Außenklasse angepasst wird (z. B. durch zusätzliche Bildsymbole).

Elternarbeit


Die Eltern der Außenklassenschüler sind an den Veranstaltungen und Festen der Realschule selbstverständlich beteiligt. Zusätzlich zu den gemeinsamen Elternabenden der Realschule, treffen sich die Eltern der Außenklassenschüler zum regelmäßigen Austausch. Die Eltern wählen ebenfalls Elternvertreter, die an den Elternbeiratssitzungen der Realschule und der Stammschule teilnehmen.